Full Metal Mayhem

Reviews und Musikalische Meinungen

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Godslave Interview am 07.12.2019

Heute haben wir ein kleines Interview mit einer meiner Lieblingsbands:

Godslave.

Wer sie nicht kennt, sollte das schnell nachholen, denn geilen Thrash bekommt man hier auf jedem Album zu hören. Ich habe sie beim Dreh für eine Doku besucht, die wohl im Laufe des nächsten Jahres veröffentlicht wird und stand dort selbst ein wenig Rede und Antwort. Meine Gesprächspartner waren der Sänger Thommy und Mika der Bassist.

Lorenz Van Gore: Zuerst einmal eine Frage an dich, Thommy, woher kommt eigentlich das Sklaventhema (Slavery Godslaves Vorgängerband, Godslave, Unleash the Slaves, Slave our Souls...)

Thommy: Also tatsächlich stand zuerst der Name Slavery, wir hatten uns damals, '99 glaube ich, überlegt wie wir eine Band nennen könnten und irgendwie kam dann Slavery dabei raus. Und dieses Sklaventhema, gerade bei Godslave, Slaves to the Black, Unleash the Slaves, die kamen alle dadurch, die kamen dann bei Godslave, wir hatten bei Slavery einen Cut gemacht und Godslave gegründet, weil wir es dann richtig machen wollten und haben dann gesagt, diesen Slavery-Gedanken führen wir fort.

Lorenz van Gore: Also nicht zu viel Fackeln im Sturm geguckt, oder so?

Thommy: Nein, garnit.

Mika: Viel eher sind das so unterschwellige Themen, so nach dem Motto, von was mach sich selbst zum Sklaven macht, seien es Medien, Geld, oder Beziehungen zu Leuten...

Thommy: Das hat sich ja daraus entwickelt. Dieser Grundgedanke hat sich ja auch erst entwickelt. Am Anfang stand halt der Name Slavery.

Lorenz Van Gore: Ihr seid ja auch schon ein wenig in der Welt herumgereist mit Godslave, unter anderem nach England. Wo würdet ihr gerne noch hin, um die Hütte abzureißen?

Thommy: Grundsätzlich natürlich überall hin, das ist ja klar.

Mika: USA!

Thommy: USA ist ja klar und mich würde auch der Ostblock reizen, weil es da völlig abgeht. Da würde ich gerne mal hin.

Mika: Da ists ja auch kalt.

Thommy: Außer im Sommer. Kommt ja immer drauf an, wann man fährt. Gibt ja auch in Russland südlichere Regionen, wo man sich nicht so einen abfriert. Grundsätzlich kommt es halt immer drauf an, was logistisch möglich wäre. Die Frage ist ja immer, wie kommt man da hin, lässt sich das alles auch finanzieren.

Lorenz Van Gore: Noch etwas, das mich betrifft: Wieso habt ihr We are The Slavecrew (Den Fansong, ein Motörheadcover) eingestellt?

Thommy: Den wollten wir eigentlich nur an dem einen Tag spielen. Das war von vornherein genauso geplant. Der Song war eigentlich für eine Specialedition als Extra und hatten gesagt: „Komm, den spielen wir einmal Live, nur in Saarbrücken, weil da unsere Die-Hard-Leute sind, die auch bereit sind da mitzusingen.“ So wie du.

Mika: Anders macht das auch keinen Sinn, wenn da nicht die Leute sind die da mitmachen. Das kann man einfach nur vor dem entsprechenden Publikum machen. Insofern sind das dann Einmal-Erlebnisse, sowohl für uns als auch für die Leute vor der Bühne.

Lorenz van Gore: Was war so der Denkwürdigste Augenblick auf Tour? Mika: Als der Meyer die Tür nicht aufbekommen hat.

(Bernie hat mir die Geschichte später erzählt: Sie waren in einem Hotelzimmer oder bei einer Jugendherberge und das Schlüsselloch war auf Augenhöhe, aber er versuchte die Tür auf normaler Schlüssellochhöhe aufzuschließen. Nach gefühlten Stunden gab er auf und meinte die Tür ginge nicht auf. Einer der anderen nahm dann seinen Schlüssel, schloss wortlos die Tür auf und alle konnten raus.)

Thommy: Ja das war schon witzig, aber wirklich denkwürdig, da kommts immer drauf an, in welche Richtung man das sieht. Megaperplex waren wir, als wir vor Anthrax gespielt haben, das war Weltklasse.

Mika: Anthrax, Testament, so Sachen, wenn du halt im Vorprogramm von größeren spielst, das sind so Sachen, bei denen du dir denkst: Once in a Lifetime.

Thommy: Und dann auch noch so herzlich aufgenommen wirst von denen. Gerade beim Thema Anthrax war klasse. Die Jungs waren brav in ihrem Backstage, wir waren in unserem. Wirklich rübergetraut haben wir uns auch nicht. Wollten denen ja nicht auf'n Sack gehen. Ich stehe dann draußen irgendwann, hantiere noch irgendwie mit einem Handtuch herum und dann kommt Joey Belladonna und labert mich voll.Ich, komplett perplex, meine dann, ob er nicht Lust hätte noch den Jungs Hallo zu sagen. „Ja klar“ und dann sind wir rüber, und ich so: „Jungs, ich hab euch was mitgebracht:“ Und dann kommt Joey Belladonna rein. Die Kinnlade vom Bernie war Weltklasse. Der hat sich gefreut wie ein kleines Mädchen.

Mika: Ansonsten eben, wenn du irgendwo spielst wo es sau geil ist. Zum Beispiel, wenn du das erste mal Englischen Boden betrittst und dir denkst: „JA, jetzt hast dus endlich mal auf die Insel geschafft.

Thommy: Und da hab ich auch noch ne schöne Geschichte: Da wo wir glaube ich das erste mal in England waren. Da habe ich auch immer am Merch-Stand jeden mit Handschlag begrüßt, immer nach dem Namen gefragt, und dann standen teilweise 50 jährige Frauen vor mir, die dann anfingen zu heulen, die weinen dann los, weil sie einfach froh sind, dass du da bist und ich meine, wir waren froh, dass wir da sind. Ich hab noch zu Meyer gesagt: Hab ich jetzt was falsches gesagt?hab ich die irgendwie beleidigt?“ Die waren einfach mega happy.

Mika: Das war auch letztes mal, da hatten die einen Stand, mit dem sie Awareness geschaffen haben für missbrauchte Kinder, das war so ne soziale Organisation. Ich guck mir den Stand an und die spricht mich eben an, weil die mich gekannt hat, weil sie gewusst hat: „Ah Mika, Godslave!“ Die war dann total happy und ich hab die Jungs dazu geholt, um mit ihr ein Foto zu machen. Das war für die einfach ein total geiler Moment. Ich meine wir sind dann auch bei anderen Bands Totaler Fanboy, (Joey Belladonna). Wenn wir dann uns denken: „Yay wir haben ein Foto mit XY gemacht, geil!“ Du merkst dann einfach, die Leute haben gerade nen supergeilen Moment nur weil du daneben stehst, das ist schon krass.

Thommy: Das ist dann das, was wir Output nennen. Wir liefern tonnenweise Input und abundzu kommt dann so ein richtiger Output, wo du dir denkst: „Oah, dann lohnt sich das ganze ja doch.“

Lorenz Van Gore: Ihr seid ja glaube ich schon am nächsten Album dran...

Thommy: Ja wir haben damit angefangen.

Lorenz van Gore: Kann man da schon irgendwas erwarten?

Thommy: Tatsächlich garnix, keine Ahnung. Da bin ich der völlig falsche Ansprechpartner. Hab noch nix gehört.

Mika: Es geht in eine ähnliche Richtung, ist dann eine Weiterentwicklung von Reborn again. Wir hatten also schon einen Sprung von Greenzone zu Reborn again und ich glaube jetzt hat sich das Songwritingteam mit Manni, Bernie und mir noch ein bisschen besser eingespielt. Aber in die Richtung wird es eben weitergehen. Vielleicht können wir da noch einen draufsetzen. Wir haben tatsächlich jetzt den schnellsten Song geschrieben.

Thommy: Immer schnell. Könnt ihr nicht mal was gemütliches machen?

Mika: Mit 240, meine ich. Wir haben uns jetzt letztes Wochenende haben wir uns zu dritt ein Ferienhas gemietet um da zu arbeiten. Das wird, wenn er es auf die Platte schafft, wird das wohl mitunter der Schnellste Song sein.

Lorenz van Gore: Ist ja dann schon fast Grindcore.

Mika: Naja, ist halt kein Geblaste, aber schon sehr schnell und was der Manni dann schon auf der Gitarre veranstaltet hat, also Bernie hat geweint und nicht nur vor Glück.

Thommy: Sondern auch vor Schmerz.

Mika: Der hat dann so zugeguckt und: „Naja, bis zum Album kann ich das dann vielleicht auch spielen.

Lorenz van Gore: Hoffen wir dass er sich nicht die Finger verknotet. Wird es auch wieder Thrashed-Splits geben, oder ist das abgehakt?

Thommy: Das Thema ist abgehakt, eigentlich sollten es nur drei werden, aber dann mit Eradicator, weil das wirklich Kumpels sind, da haben wir gesagt: Dann ziehen wirs noch einmal durch, damit wir mit denen auch eine haben. Damit war das Thema dann auch beendet.

Lorenz van Gore: Mit welcher Band würdet ihr noch gerne auf der Bühne stehen?

Mika: Deichkind...

Thommy: Grundsätzlich würde ich das jetzt sagen. Für mich persönlich, mir fehlt noch Savatage, wird aber wohl etwas schwierig. W.A.S.P. Wurde ich noch gerne und Megadeath. Das ist für mich noch was ganz großes. Da würde ich dann mit den Knien schlottern. Und du Mika?

Mika: Ja gut, Type o Negative, ja die Band wo ich sagen würde, da bekomme ich weiche Knie, die sind halt nimmer. Pantera ist nimmer, Type o Negative ist nimmer, ist schwierig.

Thommy(leise mit fiesem Grinsen): Er ist so ein Neunziger-Kind, ne Neunziger-Schwuchtel.

Mika: Bin halt ein Neunziger-Kind. Wir haben halt durch so ein paar Festival-Dinger haben wir mehr oder weniger zufällig mit Bands auf der gleichen Bühne gestanden, bei denen wir dann im Nachhinein gesagt haben: „Arschgeil!“ Was mir aber noch einfällt, wäre Arch Enemy.

Thommy: Ja, ich wäre da schon happy, würde aber nicht weinen vor Freude. Death Angel würde ich noch gerne haben. Das wäre sogar noch realistisch.

Torenz van Gore: Letzte und vor allem Wichtigste Frage: Welchen Whiskey würdet ihr zu eurer Musik empfehlen?

Thommy: Unsere Musik? Ok, da kommt es immer drauf an, welches Lied und welches Album. Aber bei Godslave, würde ich eher so in die bravere Richtung gehen: Dalwhinnie, ein Klassiker, ist nicht zu teuer, den könnt ihr euch alle leisten und der passt. Er hat zwar seine Umdrehungen aber brennt nicht geil alles weg.

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